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Freitag, 4. Januar 2008

Landkreis Osnabrück will Haushaltsüberschuss erwirtschaften

Logo Landkreis OsnabrückOsnabrück. Der Landkreis Osnabrück will in diesem Jahr seine Schuldenlast weiter abbauen und neue Akzente setzen. „Unser Haushalt gibt uns wieder Luft zum Atmen“, sagte der Erste Kreisrat Dr. Reinhold Kassing. Er legte jetzt die aktuellen Zahlen für den Haushalt 2008 vor, nach dem auch in diesem Jahr ein Überschuss und damit mehr Freiraum erwirtschaftet werden soll.

Eine Ergebnisverbesserung von knapp sieben Millionen Euro im Jahr 2007 und ein Plan - Überschuss für 2008 von gut vier Millionen Euro sollen zur Schuldentilgung eingesetzt werden. Damit werden die Verbindlichkeiten am Ende des Jahres 2008 auf voraussichtlich 118 Millionen Euro schrumpfen. „Wir sind damit auf dem besten Weg, aus dem Tal der Verschuldung wieder herauszukommen“, so Kassing.

Den Höchststand mit 144,6 Millionen Euro Schulden hatte der Landkreis in 2006 zu verzeichnen. Doch schon zum zweiten Mal in Folge legt die Kreisverwaltung dem Kreistag nun zur Beschlussfassung  einen ausgeglichenen Haushalt vor, ohne Netto - Neuverschuldung. Bei Erträgen von gut 400 Millionen Euro und Aufwendungen von gut 396 Millionen Euro bleibt unter dem Strich ein Überschuss von rund vier Millionen Euro. Nach Kassing´s Worten ist Schuldentilgung die richtige Antwort auf den Demografischen Wandel: Es könne nicht angehen, dass künftig immer weniger Kinder immer mehr Schulden zurück zahlen müssen.

Dabei ist die Entwicklung in den einzelnen Aufgabenfeldern des Kreises sehr unterschiedlich: Das Budget Soziales verbessert sich um rund 2,5 Millionen Euro. Die Personalkosten dagegen steigen von 41,7 Millionen Euro auf 42,4 Millionen Euro. Im Budget Schulen werden etwa 1,8 Millionen Euro mehr ausgegeben. Der Grund für die Mehraufwendungen im Schulbereich sind im Wesentlichen erforderliche Sanierungsarbeiten an Heizung, Brandschutz und Dämmung an der Berufsbildenden Schule in Melle. Allein hierfür entstehen in 2008 Kosten in Höhe von rund einer Million Euro.

Sorgen bereitet dem Kämmerer das Budget Jugend. Hier muss der  Zuschussbedarf von 35 Millionen Euro im Vorjahr auf 39,1 Millionen Euro aufgestockt werden. Der Grund sind vor allem erhöhte Aufwendungen bei den stationären und ambulanten Hilfen für Kinder und Jugendliche von rund 3,8 Millionen Euro. Allerdings verwundert Kassing dieser zu erwartende Mehraufwand nicht, denn die Fallzahlen steigen. „Namen wie Kevin, Lea - Sofie oder auch die Familientragödie in Darry im Kreis Plön bewegen die Menschen und machen die Arbeit der Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter des Jugendamtes vor Ort gewiss nicht einfacher. Gesellschaftliche Veränderungen spüren diese Kolleginnen und Kollegen als allererste.“ Deshalb sparte der Erste Kreisrat auch nicht mit anerkennenden Worten für die wichtige und gute Arbeit des Jugendamtes des Landkreises.

 
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