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Osnabrück. Psychiatrische Pflege in den eigenen vier Wänden: Viele betroffene Menschen würden sich eine solche Fürsorge wünschen. Inzwischen hätten sie darauf sogar einen Anspruch, denn die ambulante psychiatrische Pflege ist seit Juli 2005 als Bestandteil der häuslichen Krankenpflege gesetzlich verankert.
Aber die Praxis sieht zurzeit noch anders aus. Es fehlen bislang ausreichend Anbieter für diese so genannte aufsuchende Hilfe. So gibt es auch im Osnabrücker Land noch keine flächendeckende Versorgung der Patienten durch ambulante Hilfsleister. v. l.: Werner Wahnsiedler, Helmut Frauenheim, Dr. Reinhold Kassing, Dr. Gerhard Bojara
Diese Situation will der Landkreis Osnabrück verbessern und hatte Fachleute, Betroffene und die interessierte Öffentlichkeit zu einer gemeinsamen Veranstaltung eingeladen. Die Tagung „Ambulante psychiatrische Pflege – Aufsuchende Hilfe, am Menschen orientiert – Anker statt Drehtür“ fand in Zusammenarbeit mit MensSana, einem Fachpflegedienst aus Bramsche statt.
„Es geht um die verbesserte Leistungsfähigkeit in der ambulanten psychiatrischen Krankenpflege,“ sagte der Erste Kreisrat Dr. Reinhold Kassing. „Für die betroffenen Menschen ist es wichtig, dass mit den neuen Rahmenbedingungen auch bessere Möglichkeiten der Versorgung geschaffen werden.“
Die Referenten Jörg Schumburg von der AOK Niedersachsen, Dr. Ralph Lübbe als niedergelassener Arzt und Psychiater aus Osnabrück, Helmut Frauenheim vom Fachpflegedienst MensSana sowie Matthias Wiegmann von der Selbsthilfegruppe Psychiatrie-Erfahrene Osnabrück, stellten aus ihrer jeweiligen Sicht und Erfahrung die Rahmenbedingungen, Chancen und aktuellen Schwierigkeiten in der Umsetzung dar.
Dabei wurde deutlich, dass die fachlichen Anforderungen an die Fachpflegedienste sehr hoch sind. „Grundsätzlich sind diese Anforderungen aus Qualitätsgründen sinnvoll und auch erwünscht, erschweren jedoch den Zugang zu dieser Leistung, da es an entsprechenden Pflegediensten in der Region fehlt,“ so Werner Wahnsiedler, Facharzt für Psychiatrie im Sozialpsychiatrischer Dienst des Gesundheitsdienstes für Landkreis und Stadt Osnabrück. Außerdem stelle sich die finanzielle Ausstattung sehr eng dar. Umso notwendiger sei es aus Sicht der Betroffenen aber, diese Leistung bei Bedarf in Anspruch nehmen zu können, denn letztlich könnten damit Kosten an anderer Stelle erheblich reduziert werden.
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