Sie war Mitglied im Vorstand des Landkreises Osnabrück und für die Fachdienste Soziales, Jugend und Schulen sowie die Jugendstiftung und die MaßArbeit kAöR verantwortlich. Wir sind zutiefst erschüttert, Sonja Gartemanns früher Tod erfüllt die Führungskräfte sowie alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses mit großer Trauer,“ sagt Landrat Manfred Hugo. Mit der Verstorbenen habe der Landkreis Osnabrück eine hochgeschätzte und respektierte Führungspersönlichkeit verloren, die sich mit ausgezeichneter Fachkompetenz und ganzer Leidenschaft engagiert habe. „Sonja Gartemann war eine Sozialdezernentin durch und durch. Sie hat sich mit Herz und Verstand auch der kleinsten Nöte der Bürger und Mitarbeiter angenommen,“ so Hugo. Wichtige Entwicklungen in einer schwierigen Zeit habe sie in der Arbeits-, Jugend- und Sozialverwaltung mitgeprägt und ihr Lebenswerk als Sozial- und Bildungsdezernentin sei weit über die Kreisgrenzen hinaus hoch geachtet und geschätzt worden. Zudem war sie für die Mitglieder des Kreistages stets eine verlässliche Ansprechpartnerin.
Aufgrund ihrer hohen fachlichen Kompetenz wurde Frau Gartemann auch auf Landes- und Bundesebene in verschiedene Beratungsgremien berufen, um aktiv die Reformen im Sozialrecht und zum Arbeitsmarkt begleiten zu können. So war sie insbesondere beim kommunalen Spitzenverband Deutscher Landkreistag (DLT) Mitglied in den entsprechenden Arbeitgruppen.
Sonja Gartemann stammte aus Osnabrück - Voxtrup und legte am Käthe - Kollwitz - Gymnasium in Osnabrück ihr Abitur ab. 1973 bis 1974 besuchte sie die Oxnard High School in Kalifornien, die sie mit dem High School Diplom abschloss. Nach ihrer Ausbildung für den gehobenen allgemeinen Verwaltungsdienst bei der Stadt Osnabrück erhielt Sonja Gartemann 1979 ihre Ernennung zur Stadtinspektorin, wurde ein Jahr später Stadtoberinspektorin und 1985 Stadtamtfrau. In der Stadtverwaltung war sie im Konservatorium, im Amt für Wirtschaftsförderung sowie im Amt für Öffentliche Ordnung und im Hauptamt tätig. An der Universität Osnabrück bildete sie sich nebenberuflich in juristischen und betriebswirtschaftlichen Vorlesungen weiter. 1989 wurde Sonja Gartemann Geschäftsführerin der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Landkreis Cloppenburg und war bis 1991 Assistentin der Geschäftsführung bei der Nordwestdeutschen Akademie für wissenschaftlich – technische Weiterbildung.
Am 15. Mai 1991 trat Sonja Gartemann als Leiterin des damaligen Sozialamtes in den Dienst des Landkreises Osnabrück ein. Sie wurde zunächst Kreisamtsrätin und dann Kreisoberamtsrätin. 1996 wurde sie zur nebenamtlichen Geschäftsführerin der MaßArbeit Beschäftigungsinitiative des Landkreises ernannt, die später bundesweit bekannt und ausgezeichnet worden ist. Mit der Neuorganisation der Kreisverwaltung erhielt Sonja Gartemann 1997die Leitung des Fachdienstes Soziales. Sie schlug die Laufbahn des höheren allgemeinen Verwaltungsdienstes ein und wurde 1999 Kreisverwaltungsoberrätin. Als der Kreistag im Juli 2000 beschloss, sie für die Amtszeit von acht Jahren zur Kreisrätin zu ernennen, übernahm Sonja Gartemann gleichzeitig die Leitung des neu gebildeten Dezernates IV, aus dem ab 2002 der Vorstandsbereich II wurde. Maßgeblich prägte sie die Entwicklung und Neuausrichtung der Sozial- und Jugendhilfe sowie die Ausbildungs- und Arbeitsmarktförderung des Osnabrücker Landes.
Für die Belange junger Menschen setzte sich Sonja Gartemann mit großer Energie als Mitglied im Kuratorium der Jugendstiftung und im Förderverein "Schulen und Neue Medien Osnabrück e.V." ein. Sie war außerdem Vorstandsmitglied der NWA Nord - Westdeutsche Akademie für wissenschaftlich - technische Weiterbildung und im Vorstand der Evangelischen Familien – Bildungsstätte.



