|
Studie bescheinigt der Gesundheitsregion hohe Beschäftigungszuwächse
Osnabrück. „Die Gesundheitswirtschaft entwickelt sich mehr und mehr zu einer der wichtigsten Säulen der Wirtschaftstruktur und der Beschäftigung im Osnabrücker Land. Der Anteil an der Gesamtbeschäftigung liegt mit rund 26.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie Selbstständigen deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Dieses erfreuliche Ergebnis bestärkt uns darin, unsere Anstrengungen in der Gesundheitsregion Osnabrücker Land weiter voranzutreiben“, kommentierte Landrat Manfred Hugo den aktuellen Bericht zur Beschäftigungssituation in der Gesundheitswirtschaft im Osnabrücker Land.
 Nehmen die Entwicklung in der Gesundheitswirtschaft „unter die Lupe“: v.l.n.r. Landrat Manfred Hugo, Erster Kreisrat Dr. Reinhold Kassing, Stellv. Referatsleiterin Strategische Steuerung und Kreisentwicklung Dr. Maren Grautmann und WIGOS-Geschäftsführer Ansgar Pohlmann Ansgar Pohlmann, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Osnabrücker Land, übergab die Studie an Landrat Manfred Hugo und Ersten Kreisrat Dr. Reinhold Kassing. „Nach der ersten umfassenden Untersuchung in 2004 haben wir unsere beschäftigungsintensivste Branche erneut unter die Lupe genommen, um die Entwicklung, aber auch neue Perspektiven und Herausforderungen feststellen zu können“, kommentierte Ansgar Pohlmann den Hintergrund für den Auftrag an das Niedersächsische Institut für Wirtschaftsforschung (NIW), Hannover. Das NIW bescheinigt der Branche im Osnabrücker Land nicht nur eine beschäftigungsintensive und entwicklungsstarke Bedeutung. Für den Wirtschaftszweig prognostizieren die Experten in der Zukunft „hohe Beschäftigungsgewinne“.
„Die Gesundheitswirtschaft hat sich in den vergangenen Jahren zum Jobmotor entwickelt. Die Zahl der in diesem Bereich tätigen Menschen ist im Vergleich zum Jahr 2000 um 1.800 Beschäftigte angestiegen. Einen Zuwachs von 1.400 Arbeitsplätzen verzeichnen wir allein im Landkreis Osnabrück. Unsere Initiativen für die Gesundheitswirtschaft tragen offensichtlich Früchte“, freute sich Dr. Reinhold Kassing. Überdurchschnittliche Zuwachsraten erfuhr der Landkreis insbesondere bei nichtärztlichen Dienstleistungen, zum Beispiel bei Apotheken und im Einzelhandel mit medizinischen und orthopädischen Produkten.
Die Untersuchung zeigt auch die zunehmende Bedeutung von Kooperationen innerhalb der Gesundheitswirtschaft auf. Die Experten vom NIW sehen insbesondere bei denjenigen Wettbewerbern Produktivitätspotenziale, die Netzwerke nutzen.
„Die stärkere Vernetzung der Dienstleister und Produzenten ist ein wichtiges Ziel unserer Aktivitäten. Besonders in den vergangenen Jahren haben wir Kooperationen auf den Weg gebracht, von denen alle Beteiligten heute und auch in Zukunft profitieren“, sagte Dr. Kassing.
Stärkster Bereich innerhalb der Gesundheitswirtschaft ist die ambulante und stationäre Gesundheitsversorgung. Knapp 7400 Menschen (rund 54 Prozent) sind in Krankenhäusern und Praxen im Landkreis Osnabrück tätig. Die hohe Bedeutung ist auch an der Zahl der Krankenhaus-Betten erkennbar: Die insgesamt 1600 Betten verteilen sich sowohl auf die großen Krankenhausstandorte Georgsmarienhütte, Quakenbrück, Melle als auch auf Dissen, Bramsche, Bad Rothenfelde, Ostercappeln und Ankum. Dabei gewährleistet der Landkreis nicht nur eine flächendeckende Krankenhausversorgung, sondern konnte sogar einzelne Bereiche ausbauen: „Der Landkreis hat sich in den vergangenen Jahren auf die Bereiche Herzchirurgie und Hautkrankheiten spezialisiert, so dass hier Kapazitäten erweitert wurden. Erfreulich ist, dass der allgemeine Bettenabbau in den Akut-Krankenhäusern geringer ist als in Niedersachsen insgesamt“, erläuterte Dr. Kassing.
Die zweite große Säule bildet der Pflegebereich, in dem gut ein Viertel der gesamten Beschäftigten in der Gesundheitswirtschaft arbeiten. Ein Plus für die Gesundheitsregion ist die im Bundes- und Landesvergleich überdurchschnittliche Ärztedichte. Auf einen Hausarzt kommen 1.400 Einwohner und auch bei den Fachärzten ist die Versorgung deutlich überdurchschnittlich: 2007 praktizierten im Landkreis 248 Hausärzte und 234 Fachärzte.
„Ein im überregionalen Vergleich herausragendes Merkmal der Gesundheitswirtschaft“ ist nach Ansicht des NIW das Angebot in den Heilbädern Bad Essen, Bad Laer, Bad Rothenfelde und Bad Iburg. 64 Prozent der Übernachtungen sind auf die Vorsorge- und Reha-Einrichtungen zurückzuführen. Vor allem in Bad Rothenfelde konnten die Einrichtungen ihre Übernachtungszahlen steigern. Schon jetzt ist Bad Rothenfelde der zweitstärkste Kurstandort in Niedersachsen, der Landkreis ist landesweit der zweitgrößte Reha-Standort. „Die Analyse der Gesundheitswirtschaft gibt es uns wichtige Impulse, wie wir diese Branche in Zukunft noch attraktiver gestalten können“, unterstrich Landrat Hugo. „Der Bericht zeigt aber auch, dass wir mit unserem kompetenten Angebot auf einem guten Weg sind.“
Quelle: Pressemitteilung Landkreis Osnabrück vom 18.04.08
|