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„Gerechtigkeit kommt wieder" PDF Drucken E-Mail
Montag, 14. Januar 2008

Kurt Beck und Wolfgang Jüttner in Osnabrück

Im überfüllten Saal der Gaststätte Rahenkamp in Osnabrück war die Erwartung groß. Schließlich hat man nicht alle Tage den Bundesvorsitzenden der SPD und den niedersächsischen SPD-Spitzenkandidaten gemeinsam vor sich. Und die Zuhörer wurden nicht enttäuscht. Die Reden von Kurt Beck und Wolfgang Jüttner waren kämpferisch, aber gleichzeitig auch sachlich und überzeugend.

Zu Beginne hatten in Talkrunden die Kandidaten der Region und die Gewerkschaftsvertreter Wolfgang Denia und Frank Bsirske ihre Schwerpunktthemen vorgestellt.
„Als ich vor mehr als 30 Jahren über die Gewerkschaftsarbeit zur Sozialdemokratie kam“, so der Bundesvorsitzende in einer mitreißenden Rede, „gab es eine Überzeugung, die uns begeistert hat: die politische Kraft zur Veränderung der Gesellschaft, der gemeinsame Wille, mehr Demokratie, mehr soziale Gerechtigkeit zu verwirklichen.“ Auch heute noch gelte: „Wir brauchen mehr Teilhabe und Teilnahme der Menschen, mehr Gleichberechtigung, bessere Integration, mehr Chancen auf Bildung und Arbeit, unabhängig von der Herkunft und dem sozialen oder kulturellen Hintergrund.“

Wolfgang Jüttner stellte seine Rede ganz besonders unter das Thema „Gerechtigkeit“. Für ihn bedeutet das zum Beispiel: Bildungsgerechtigkeit statt Auslese. Die Bildungschancen sind in Niedersachsen ungerecht verteilt, so der Redner. Die jetzige Landesregierung habe die Lernmittelfreiheit abgeschafft, Sprachförderung und Hausaufgabenhilfen gekürzt. Sie zementiere das Dreiklassensystem aus Hauptschule, Realschule und Gymnasium. Der Weg an die Hochschulen werde durch Studiengebühren und Studienplatzabbau erschwert. Die SPD werde dagegen die Kindergartengebühren abschaffen und mehr Plätze für frühkindliche Bildung und Betreuung schaffen. Wo die Eltern es wollen, werde die Gemeinsame Schule eingeführt, in der die Kinder besser gefördert werden und bis zur 10. Klasse miteinander und voneinander lernen können. Die Studiengebühren würden abgeschafft. Der jetzigen Landesregierung warf Wolfgang Jüttner Dilettantismus bei vielen Projekten vor, besonders beim Jade-Weser-Port. „Es wird Zeit“, so der SPD-Spitzenpolitiker, „dass Niedersachsen wieder solide und kompetent regiert wird.“

Autor: Rainer Hüggelmeyer

 
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