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"Das ist wie eine kleine Armee" PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 11. März 2008

(Hinweis: Kommentare werden unterhalb des Artikels angefügt) 

Eine Polizei-Hundestaffel mit 8 Hundeführern zentral stationiert im Ankumer Industriegebiet ? "Das wäre ein unschätzbarer Gewinn für das Sicherheitsempfinden der Menschen in unserer Samtgemeinde gewesen", meinte gestern Günther Kosmann (CDU).

Dieter Hütten (SPD), der uns zuerst auf das Thema aufmerksam machte, sprach vom Verpassen einer wirklichen Chance und zeigte sich angesichts geänderter Planungen verständnislos.

Wir fragten nach und müssen nun im Erklärungsversuch etwas weiter ausholen.

Bei einer zum 01.04.2008 geplanten Organisationsänderung in der Polizeidirektion Osnabrück wird die Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta aus der PD Osnabrück herausgelöst und in die Polizeidirektion Oldenburg integriert. Dabei muß für die Polizei-Hundeführer der Direktion Osnabrück, die bisher im Bereich der Inspektion Cloppenburg Vechta gearbeitet haben, ein neuer Standort gefunden werden.

Foto: Ankum-Online.de
Rathaus Ankum: Ein passendes Mietobjekt gefunden

Nur kurzzeitig sei dabei auch an eine zentrale Stationierung der Staffel in Ankum gedacht worden, sagte uns der Landtagsabgeordnete Reinhold Coenen (CDU), gleichzeitig Vorsitzender des Ausschusses für Inneres, Sport und Integration im niedersächsischen Landtag.

Nur kurzzeitig womöglich, doch immerhin lange genug, um in unserer Samtgemeinde gezielte Aktivitäten auszulösen. Wie uns Michael Wübben als Ankums Verwaltungsleiter bestätigte, trat die Gemeinde in Gespräche mit einem privaten Anbieter ein und fand auch ein Mietobjekt im Ankumer Industriegebiet. "Ideal geeignet für die Hundestaffel", wie uns ein Fachmann bestätigte.

Auch der 1. Samtgemeinderat Koop wurde zugunsten dieser angedachten Lösung aktiv, platzierte das Anliegen im Bersenbrücker Kommissariat und sprach mit dem Liegenschaftsamt.

Foto: Ankum-Online.de
Rathaus Bersenbrück: Das Anliegen bei der Polizei platziert
Doch dann kamen hier und dort Telefonanrufe. Es sei anders entschieden worden.
Wie uns MdL Reinhold Coenen sagte, würde seitens der Polizeiführung nun eine dezentrale Lösung mit der Aufteilung der Staffel auf verschiedende Standorte bevorzugt. Tatsächlich sei es auch so, dass die Entscheidung über den Einsatzort und die Verteilung der Polizeikräfte allein der zuständigen Polizeidirektion obliegt. Selbst als Vorsitzender des Innenausschusses habe er hier keine Einflußmöglichkeit.

Derweil teilte uns die Polizeidirektion Osnabrück heute schriftlich mit:
"Für die Diensthundeführer der PD Osnabrück, die bislang im Bereich der PI Cloppenburg/Vechta gearbeitet haben, werden Veränderungen derzeit geprüft. Hier geht es darum festzulegen, wo die Dienstorte dieser Beschäftigten zukünftig sein werden.
Diese Planungen sind derzeit noch nicht abgeschlossen.
"

Von einem merkwürdigen Gefühl, welches zurückbleibe, sprachen in den letzten Tagen mehrere Politiker unserer Samtgemeinde.
Zumal das Thema des Sicherheitsempfindens hier immer wieder auf die Tagesordnung kommt und auch ein tatsächlicher Bedarf für Sicherheitslösungen an "kritischen Orten" bestehe.

Hubert Meyer (SPD) erinnerte dabei auch an die 25.000  Euro, die im Haushalt der Samtgemeinde für die Inanspruchnahme eines privaten Wachdienstes eingestellt worden seien.  Geld, dass man vielleicht anders verwenden könnte, wenn die Hundestaffel in Ankum stationiert würde.

Denn, so erläuterte uns ein Fachmann: "8 Polizei-Hundeführer mit Diensthunden auf der Straße, das ist wie eine kleine Armee !"

» 1 Kommentar
1"Eine Chance zunichte" von Dieter Hütten am Donnerstag, 13. März 2008 22:06
Hier ist eine große Chance zunichte gemacht worden, die Polizeipräsens im Nordkreis zu erhöhen.  
Es hat die Möglichkeit bestanden, eine achtköpfige Hundestaffel in Ankum unterzubringen.  
Nach der im Jahr 2005 von der Landesregierung umgesetzten Polizeireform sind die Landkreise Vechta und Cloppenburg der Polizeidirektion Osnabrück zugeschlagen worden. Aus diesem Grund hat man für den nördlichen Bereich dieser Polizeidirektion eine neue Hundestaffel mit Sitz in Vechta ins Leben gerufen. Diese hat sich zu einer effektiven Truppe entwickelt.  
Nun gibt es aber schon eine Reform der Reform mit dem Ergebnis, dass die Landkreise Vechta und Cloppenburg wieder der Polizeidirektion Oldenburg zugeordnet werden. 
Als Folge muss für die Hundestaffel ein neues Quartier gefunden werden.  
Aufgrund seiner zentralen Lage im Nordkreis ist Ankum dafür hervorragend geeignet. Ein passendes Grundstück im Gewerbegebiet kann Ankum ebenfalls bieten.  
Doch trotz intensiver Bemühungen, unter anderem auch des Ankumer Bürgermeisters, entschied die Polizeidirektion Osnabrück, die Hundestaffel auf verschiedene Standorte aufzuteilen.  
Warum muss eine effektive und gut harmonierende Gruppe aufgeteilt werden?  
Dies ist überhaupt nicht nachzuvollziehen. Und jetzt wohl für teures Geld einen privaten Wachdienst für diese Aufgaben engagieren ?  
Die privaten Wachleute werden sicher gute Arbeit leisten, müssten jedoch im Ernstfall immer noch die Polizei rufen, da sie keine hoheitlichen Befugnisse haben.  
Diese Befugnisse liegen schließlich immer noch in den Händen des Staates und müssen dort auch bleiben.  
Die Polizisten könnten neben ihren Spezialeinsätzen auch an Brennpunkten im Nordkreis Streife gehen und dort für Ruhe und Ordnung sorgen. 
 
Dieter Hütten (Sprecher SPD-Fraktion im Rat der Gemeinde Ankum) 
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