|
Neues Qualifizierungsangebot für Mitarbeiter der Ernährungswirtschaft
 In Sachen Weiterbildung für die Lebensmittelwirtschaft „auf den Geschmack gekommen“: v.l.n.r: Dr. Helmut Mank, Fa. Fuchs-Gewürze, Dr. Alexander Kessler, Fa. MSoft, Ansgar Pohlmann, WIGOS, Georg Majerski, Dr. Reinhold Kassing, Louis-Marie Bouthors, Europäische Kommission, Dr. Volker Heinz, DIL, Martin Rethmann, Fa. Bedford, Dr. Helmut Steinkamp, DIL. Ein bundesweit einzigartiges Bildungsinstitut für die Lebensmittelwirtschaft ist im Osnabrücker Land an den Start gegangen. Die Bildungsakademie Dissen aTW bietet ab dem 20. August ein maßgeschneidertes Qualifizierungsangebot für Mitarbeiter in Unternehmen der Lebensmittelbranche. „Der Landkreis Osnabrück gehört bundesweit und im europäischen Vergleich zu den Top-Regionen der Lebensmittelproduktion. Mehr als 8600 Menschen sind in dieser Branche tätig. Mit dieser hohen Beschäftigtenzahl steht der Landkreis Osnabrück an der Spitze in Niedersachsen und im deutschlandweiten Vergleich nach Berlin und Gütersloh auf Platz drei. Diesen überaus leistungsstarken Wirtschaftszweig möchten wir mit dem neuartigen Weiterbildungsangebot voranbringen und so dem individuellen Bedarf unserer Unternehmen gerecht werden. Für die ansässigen Unternehmen ergibt sich so ein wichtiger Wettbewerbsvorteil“, betonte der Erste Kreisrat, Dr. Reinhold Kassing, zur Eröffnung der Bildungsakademie Lebensmittelwirtschaft.
Mit dem Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik e.V. (DIL) in Quakenbrück hat ein international renommiertes Institut die Federführung der inhaltlichen Angebote übernommen. In den von der Firma MSoft, Dissen, zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten werden den Teilnehmern künftig Wissensinhalte zu den Bereichen Qualitätsmanagement, Verarbeitungstechnik, Betriebswirtschaft und Kommunikation vermittelt. Den Anstoß zu der Akademiegründung gaben die Stadt Dissen, der Landkreis Osnabrück und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Osnabrücker Land mbH (WIGOS). Die Notwendigkeit des Vorhabens belegten zudem die Resultate einer Potenzialanalyse und einer Unternehmensbefragung. Nach den Worten von Georg Majerski, Bürgermeister der Stadt Dissen, ist die Entscheidung für die Stadt im Osnabrücker Land als Standort der neuen Akademie leicht gefallen: „Dissen gilt wortwörtlich als Lebensmittelpunkt. Hier sind zahlreiche bedeutende weltweit operierende Unternehmen der Ernährungsbranche ansässig. Daher ist die Stadt als Standort für eine berufsbezogene Akademie prädestiniert. Unsere Unternehmen haben uns einen steigenden Qualifizierungs- und Fachkräftebedarf signalisiert, auf den wir selbstverständlich reagieren.“
Um das Potenzial eines Instituts für die Lebensmittelwirtschaft zu ermitteln, hatte die WIGOS bei der Prognos AG eine Studie in Auftrag gegeben. Das Unternehmen berät europaweit Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft. „Die Ergebnisse der Studie sind eindeutig. In der klaren Ausrichtung auf nicht-akademisch ausgebildete Fachkräfte wird der aktuelle und zukünftig noch steigende Qualifizierungsbedarf gedeckt. Die Verfügbarkeit von geeigneten Arbeitskräften ist ein zentraler Faktor für die betriebliche Standortentwicklung und damit für die Beschäftigungssituation im Landkreis Osnabrück“, betonte Ansgar Pohlmann, Geschäftsführer der WIGOS. Zugleich sei die Bildungsakademie ein wichtiges Element in einer umfassenden Bildungslandschaft für die Lebensmittelwirtschaft.
Ein maßgeschneidertes und praxisorientiertes Qualifizierungsangebot steht den Teilnehmern in der Akademie zur Verfügung. Ziel sei es, die Mitarbeiter hiesiger Unternehmen auf dem neuesten Stand der Technik zu halten und ihr Wissen zu betriebswirtschaftlichen sowie qualitativen Rahmenbedingungen zu aktualisieren, sagte Dr. Volker Heinz, Vorstandsvorsitzender des DIL. „Für die Unternehmen ergeben sich zahlreiche Vorteile. Das neue Wissen fördert die Motivation der Mitarbeiter und erhöht ihre Kompetenz. Besonders vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung sowie des steigenden Fachkräftebedarfes schließt die Akademie eine Lücke. Sie sorgt dafür, dass die Mitarbeiterkompetenz im Betrieb nachhaltig gesichert wird. Wir unterstützen die Unternehmen aber auch darin, mit den neuen Anforderungen und der fortschreitenden Globalisierung Schritt zu halten“.
Die Weiterbildungsinhalte sind auf Basis der Ergebnisse einer Unternehmensbefragung konzipiert worden. In dem Fragebogen der WIGOS und des Landkreises hatten die Betriebe angegeben, welche Themen im Rahmen der Ausbildung wichtig sind. Neben fachlichen Kompetenzen in der Verarbeitungstechnik erwarten die Firmen demnach von ihren Mitarbeitern Know-how in Qualitätsfragen und bei Hygienestandards. Gefragt sind zudem betriebwirtschaftliche und soziale Kompetenzen.
„Ein Unternehmen muss auf die künftigen Herausforderungen und den verschärften Wettbewerb vorbereitet sein. Dies geht nur mit einem Team von Mitarbeitern, das über die geforderte Qualifikation verfügt. In der Bildungsakademie bekommen sie die überlebensnotwendigen Kenntnisse vor Ort vermittelt“, betonte Martin Rethmann von der Firma Bedford. Den praktischen Nutzen der Weiterbildungsangebote der Akademie lobte Dr. Helmut Mank von der Firma Fuchs Gewürze in Dissen: „Der Lehrplan ist konkret auf die Bedürfnisse der Unternehmen in der Lebensmittelbranche ausgerichtet. Unsere Mitarbeiter erhalten genau die Fertigkeiten, die wir im Unternehmen heute und morgen brauchen, um erfolgreich zu bleiben und den Bereich Lebensmittelwirtschaft in der Region weiter zu stärken.“
Quelle: Pressemitteilung Landkreis Osnabrück vom 20.08.08
|