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Anstöße für Organspende geben PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 14. Februar 2008

Sozialministerin Ross-Luttmann: Organspende stärker ins Bewusstsein junger Menschen rücken
Wettbewerb für Jugendmannschaften der niedersächsischen Fußballvereine gestartet

HANNOVER. Mit einer breit angelegten Kampagne will Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann bei jungen Menschen verstärkt das Bewusstsein für die Bedeutung der Organspende wecken. Dazu hat die Ministerin am Donnerstag in Hannover gemeinsam mit dem Niedersächsischen Fußballverband (NFV), der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), der AOK Niedersachsen, den Ersatzkassenverbänden VdAK/AEV sowie dem Bundesligaprofi Steven Cherundolo (Hannover 96) den bundesweit einmaligen Wettbewerb "Anstöße geben - Organspende schenkt Leben" gestartet.

Der landesweite Ideenwettbewerb richtet sich an rund 100.000 junge Fußballerinnen und Fußballer der A- und B-Jugend der im NFV organisierten Vereine. Sie sind aufgerufen, sich mit Projekten und Initiativen zu bewerben, die dazu beitragen sollen, dass mehr Menschen durch eine Erklärung zur Organ- und Gewebespende Klarheit für sich selbst und andere schaffen. Weitere Hinweise enthalten die Ausschreibungsunterlagen, die an alle Vereine verschickt werden. Für die Sieger des Ideenwettbewerbs haben die Kooperationspartner Sach- und Geldpreise in Höhe von insgesamt 25.000 Euro zur Verfügung gestellt. Die Bewerbungsfrist endet am 7. Juli 2008.

"Über zwei Drittel der niedersächsischen Bevölkerung stehen der Organspende positiv gegenüber. Doch viel zu wenige dokumentieren ihre Hilfsbereitschaft bisher mit einem Organspendeausweis. Dabei kann jeder betroffen und auf eine lebensrettende Organspende angewiesen sein, wie das Beispiel des Bundesligaspielers Ivan Klasnic zeigt", betonte Sozialministerin Ross-Luttmann. Wer rechtzeitig eine Entscheidung treffe, erspare seinen Angehörigen und den Ärzten in den Krankenhäusern eine belastende Situation. In 80 Prozent der Fälle, in denen keine Willenserklärung vorliege, würden Angehörige eine Organentnahme ablehnen. Der Wettbewerb ist Teil eines mit den Akteuren im Gesundheitswesen und den Verbänden der Organtransplantierten verabredeten Aktionsplans zur Förderung der Organspende.

Nach Ansicht des NFV-Präsidenten und DFB-Vizepräsidenten Karl Rothmund wird das Thema Organspende in unserer Gesellschaft häufig verdrängt. "Der Fußballsport mit seiner großen öffentlichen Akzeptanz und Zuschauerbindung bietet sich hier als ein wichtiger Multiplikator an. Unsere Juniorinnen und Junioren sind hoch motiviert und verfügen über soziale Kompetenz. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass sie die Menschen auch glaubwürdig für die Organspende sensibilisieren können. Ich freue mich auf den Ideenwettbewerb, den wir in den über 2.600 im NFV organisierten Vereinen intensiv unterstützen werden", sagte Rothmund.

Auch wenn die Zahl der Organspenden in Niedersachsen im vergangenen Jahr um fast 13 Prozent gestiegen ist, sieht DSO-Vorstand Dr. Thomas Beck weiteren Handlungsbedarf. "Allein in Niedersachsen stehen rund 2.000 Patientinnen und Patienten auf der Warteliste für eine Transplantation. Wir müssen daher noch mehr Aufklärung betreiben. Der Ideenwettbewerb ist eine ideale Plattform, um junge Menschen für dieses schwierige, aber für viele Menschen lebenswichtige Thema, zu sensibilisieren. Ein Breitensport wie Fußball, der soviel Begeisterung hervorruft und bei dem es auf den Teamgeist der Spieler ankommt, kann uns helfen, im wahrsten Sinne des Wortes, Anstöße - im Sinne von Denkanstößen - zu geben," unterstrich Dr. Beck. Die Organspende sei ein letztes Zeichen gelebter Solidarität der Menschen untereinander.

"Die Krankenkassen bezahlen für eine Organtransplantation zwischen 18.000 und 114.000 Euro. Dieses Geld ist gut angelegt: denn für die Empfänger eines Spenderorgans bedeutet die Transplantation oft den Beginn eines neuen Lebens ohne Todesangst. Wir freuen uns deshalb über jede einzelne zusätzliche Transplantation, die durch eine Organspende ermöglicht wird", erklärten Dr. Jürgen Peter, Vorstand der AOK Niedersachsen, und Jörg Niemann, Leiter der Landesvertretung Niedersachsen der Ersatzkassenverbände VdAK/AEV.

Die Schirmherrschaft über den Wettbewerb haben der US-Fußballnationalspieler Steven Cherundolo, der bei Hannover 96 in der Abwehr spielt, und die deutsche Fußballnationalspielerin Navina Omilade vom VfL Wolfsburg übernommen. Für beide ist die Entscheidung längst gefallen: Sie haben sich für die Organspende entschieden und sich spontan bereiterklärt, den Ideenwettbewerb zu unterstützen, um den Fußballnachwuchs zum Mitmachen anzuspornen.

"Wir brauchen in der Bevölkerung eine größere Bereitschaft zur Organspende. Dazu können wir als Fußballer mit diesem Wettbewerb nicht nur in unseren eigenen Vereinen, sondern auch bei unseren Fans und deren Familien wichtige Anstöße geben", erklärte Steven Cherundolo. Auch Navina Omilade, die für den deutschen Olympiakader nominiert ist, ruft die Fußballjuniorinnen zur aktiven Teilnahme am Wettbewerb auf: "Wie im Fußball darf keine Chance verpasst werden, schon gar nicht, wenn es darum geht, sterbenskranken Menschen durch eine Organspende das Leben zu retten. Darüber sollten sich alle, auch junge Menschen, noch mehr Gedanken machen."

Weitere Informationen einschließlich Ausschreibungsunterlagen und Teilnahmebogenzum Wettbewerb finden Sie unter: www.ms.niedersachsen.de (http://www.ms.niedersachsen.de/master/C44983040_L20_D0.html).

Quelle: Nds. Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit am 14.02.08

 
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