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Ankum. Am vergangenen Wochenende stürzte Ankum in eine neue oder besser in eine seit vielen Jahrzehnten überlebt geglaubte Wirklichkeit. Mit einer Morddrohung gegen ein Ratsmitglied versuchte ein so genanntes Aktionsbündnis „Junger Ankumer....“ eine demokratisch getroffene Entscheidung rückgängig zu machen. Dieses sei eine „Frage der nationalen Ehre Ankums“.
 Der Ankumer Rat stellte sich geschlossen gegen Demokratiefeindlichkeit. Das Fundament für ein Bollwerk? Bestürzt und fassungslos lasen viele Ankumer dieses Schreiben, welches doch so offenbar aus ihrer Mitte entstammt. Allseits wurde ernsthaft besorgt überlegt, wie eine derart schlimme Eskalation in der Diskussion um die mögliche Bildung einer Einheitsgemeinde Ankum-Bersenbrück geschehen konnte.
Gleich nach dem des am Samstag eingehenden Drohbriefes kam der Ankumer Verwaltungsausschuss als zentraler Ausschuss der Ratsarbeit noch am Sonntag zusammen. Man war sich schnell einig, dass diese Gewaltandrohung durch nicht demokratisch Gesinnter einer sofortigen und eindeutigen Antwort bedarf.
Damit nun heute bereits die dringliche Sondersitzung.
Angesichts des großen Zuschauerinteresses wurde die ursprünglich im Sitzungssaal des Rathauses anberaumte Versammlung neuerlich unkompliziert in Landhotel Schmidt verlegt. Ungewohnt dabei aber für alle, dass seitens der Presse neben dem Bersenbrücker Kreisblatt nun auch der Norddeutsche Rundfunk mit einer Fernsehkamera vor Ort war. Das Ankumer Geschehen um die Morddrohung erweckt viel Aufmerksamkeit.
Mit einer streng gefassten Tagesordnung und keine Zweifel am gemeinsamen Handeln des Rates aufkommen lassend, stellte sich der Rat dann geschlossen gegen die durch die Morddrohung entstandene Anfeindung demokratischer Grundwerte und vor allem auch gegen die geschehenen Bedrohungen einzelne Ratsmitglieder.
Mit drei gefassten Beschlüssen beschrieb der Rat in einstimmiger Gemeinsamkeit insgesamt die grundlegenden Bedingungen in der Verfahrenswirklichkeit bezüglich der Überlegungen einer Einheitsgemeinde Ankum-Bersenbrück.
Vorab hatten sowohl die CDU-Fraktion wie auch die SPD/FDP-Gruppe nochmals ihr Bemühen um eine fortgesetzte Bürgerbeteiligung betont. Es sei auch angedacht, das Thema „Einheitsgemeinde“ zu einem regelmäßigen Tagesordnungspunkt Ankumer Ratssitzungen zu machen.
Dass trotz der uneingeschränkten Unterstützung durch die vielen Zuschauer die drei heute getroffenen Beschlüsse aber allein kein Bollwerk gegen neue Eskalationen bilden können und es hier einer noch größeren Beteiligung bedarf, beschrieb Bürgermeister Borgmann in seinen die Sitzung abschließenden Worten: „Tragen Sie es bitte weiter in alle Diskussionen, auch an die Kneipentische. Lassen Sie uns bitte allesamt gemeinsam dafür sorgen, dass die Diskussionen untereinander achtungsvoll und mit allem Respekt weiter geführt werden“.
Ein wirksam werdendes Bollwerk gegen neue Verirrungen bis hin zur Gewaltandrohung braucht dabei gleichwohl das Zusammentun aller Ankumer. Auch jener, denen die politische Sprachart nicht gebräuchlich ist.
> Dokumente der heutigen Ratssitzung und Beiträge zum Thema Einheitsgemeinde
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